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Ökumenisches Konzil



Ein Ökumenisches Konzil (von gr. oικoυμενη bewohnt, die bewohnte Erde, und lat. concilium Ratsversammlung) ist ein Konzil, dessen Bischöfe die ganze Welt repräsentieren. Dies ist dabei räumlich wie auch theologisch zu verstehen. Einzelne Konzile wurden erst durch die Rezeption ihrer Beschlüsse zu Ökumenischen Konzilen aufgewertet.

Es wird unterschieden zwischen

Eine Zusammenstellung der ökumenischen Konzile und ihrer Bedeutung findet sich unter Liste ökumenischer Konzile.

Die ersten Ökumenischen Konzile wurden vom Römischen Kaiser einberufen, ihre Ergebnisse wurden von ihm bestätigt. Diese Praxis wurde später vom Römischen Papst übernommen.

Table of contents
1 Autorität der ökumenischen Konzile
2 Anerkennung einzelner ökumenischen Konzile

Autorität der ökumenischen Konzile

Orthodoxe Kirche

In der Orthodoxie sind die ökumenischen Konzile die höchste institutionelle Entscheidungs-Instanz. Allerdings gelten sie nicht als per se unfehlbar, denn mehrmals wurde Konzilen, die sich selbst als "ökumenisch" bezeichnet hatten, dieser Status später von einem anderen Konzil aberkannt, wegen mangelnder Zustimmung in der Bevölkerung. Nur die Kirche als ganzes gilt als unfehlbar, wobei offenbleibt, in welchen Institutionen, Gremien, oder Bewegungen sich diese Unfehlbarkeit jeweils äußert, denn: "Der Geist weht, wo er will."

Römisch-katholische Kirche

Im Katholizismus ist das entscheidende Kriterium dafür, ob ein Konzil ökumenisch ist oder nicht, seine Leitung durch den Papst oder seine Beauftragten, sowie die Zustimmung des Papstes zu seinen Beschlüssen.

Evangelische Kirchen

Bei den Evangelischen Kirchen werden zwar die Ergebnisse der Konzile größtenteils akzeptiert, allerdings gilt laut Luther: "Auch Konzile können irren". Ihnen ist immer dann zuzustimmen, wenn ihre Lehre im Einklang mit der Bibel steht. Andernfalls ist kein Christ verpflichtet, sie anzuerkennen. Probleme treten häufig bei der Anerkennung des siebenten Konzil auf.

Anerkennung einzelner ökumenischen Konzile

Die ersten beiden ökumenischen Konzile (erstes Konzil von Nicäa und erstes Konzil von Konstantinopel) werden von nahezu allen christlichen Kirchen anerkannt.

Nach Abspaltung der Monophysitischen Kirchen und der Assyrischen Kirche des Ostens wurden die folgenden fünf Konzile von der Reichskirche anerkannt. Damit erkennen auch die heute orthodoxen, katholischen und die meisten evangelischen Kirchen die insgesamt sieben ökumenischen Konzile an; beim siebten Konzil gibt es jedoch große Vorbehalte evangelischerseits.

In der orthodoxen Kirche werden von manchen auch das pro-Photius-Konzil von 879 und das palamitische Konzil von 1351 als ökumenische Konzilien anerkannt; die meisten bezeichnen diese Konzile lediglich als panorthodox, also alle orthodoxen Kirchen betreffend.

Die Tendenz, die eigene Theologie als die alleinige Wahrheit wahrzunehmen und damit den Anspruch zu verknüpfen, die einzige wahre Kirche zu vertreten, führte dazu, dass in späterer Zeit einzelne christliche Konfessionen ihrerseits Ökumenische Konzile einberiefen.




     
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