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8 Frauen



Warnung: Dieser Artikel verrät den Verlauf des Films

8 Frauen ist eine schrille Krimi-Musical-Farce in schönster 50er-Jahre-Optik von François Ozon, für die er die Elite der französischen Schauspielerinnen gewinnen konnte. Jede seiner 8 Darstellerinnen hat eine Musiknummer, die auch tatsächlich von der jeweiligen Schauspielerin gesungen wird. Der Film ist gespickt mit Anspielungen auf die Filmgeschichte, etwa einem Gemälde auf dem die junge Catherine Deneuve so abgebildet ist, wie sie auf einem Plakat zu Luis Buñuels Film Belle de jour zu sehen ist, oder ein Foto, auf dem die ehemalige Arbeitgeberin des Zimmermädchens Louise abgebildet ist - es ist ein Foto der Schauspielerin Romy Schneider.

Der Film wurde auf der Berlinale gefeiert und erhielt dort unter anderem einen Silbernen Bären für das beste Darstellerensemble, zu den weiteren Preisen gehört auch der europäische Filmpreis für alle 8 Schauspielerinnen.

Table of contents
1 Daten
2 Inhalt
3 Die 8 Frauen im Einzelnen, in der Reihenfolge ihrer Musiknummer

Daten

Inhalt

Am Anfang des Filmes ist die Welt noch in Ordnung: Die Kamera führt über eine offensichtilch gemalte Winterlandschaft, der Schnee rieselt friedlich vom Himmel, ein Reh knabbert an einem Busch. Suzon, die in England studiert, kommt über Weihnachten nach Hause zurück und wird von ihrer Mutter ins Haus geführt. Die anwesenden Damen - Suzons Schwester Catherine, ihre Tante Augustine, ihre Großmutter, Köchin Chanel und das neue Mädchen Louise begrüßen sie mehr oder weniger freundlich, nur der einzige Mann im Haus, Suzons Vater Marcel, lässt sich nicht blicken. Als Louise ihn aufwecken will gellt ein Schrei durch das Haus - er liegt tot in seinem Bett, ein Messer in seinem Rücken.

Der Versuch, die Polizei zu rufen scheitert, weil das Telefonkabel durchgeschnitten ist, auch das Auto wird außer Gefecht gesetzt, so sind die sieben Frauen darauf angewiesen, selbst den Mörder - beziehungsweise die Mörderin - zu finden. Zu allem Überfluss stößt auch noch Pierette, die ungeliebte Schwester des Getöteten dazu. Was nun folgt ist eine Krimifarce par excellence: François Ozon nimmt alle gängigen Klischees des klassischen Agatha Christie-Krimis, übersteigert sie ins Extrem und setzt sie dann mit großer Freude ein; natürlich haben alle acht Frauen ein Motiv, natürlich hatten alle acht Frauen die Gelegenheit zur Tat, natürlich haben alle acht Frauen etwas zu verheimlichen - sie sind Giftmörderinnen, Lesben oder schwanger, waren heimlich in den Toten verliebet oder hatten eine heiße Affäre mit ihm (mehr zu den einzelnen Enthüllungen ).

Am Ende verkündet die junge Catherine den wahren Ablauf des Abends: Nachdem alle anderen Frauen Marcel in der Mordnacht aufgesucht und ihn "nicht ermordet, nur ein bisschen mehr ankotzt" haben, inszeniert Catherine mit ihrem Vater den Mord, um ihm vorzuführen, was die Frauen im Haus von ihm halten - in Wirklichkeit war er die ganze Zeit in seinem Zimmer quicklebendig und hat die Gehässigkeiten der Frauen untereinander aus erster Hand miterlebt. Dies war dann allerdings wohl doch zu viel für ihn: Er schießt sich eine Kugel in den Kopf.

Die 8 Frauen im Einzelnen, in der Reihenfolge ihrer Musiknummer

Catherine

Catherine wird gespielt von Ludivine Sagnier, in der deutschen Fassung wird sie synchronsiert von Cosma Shiva Hagen.

Die Figur

Catherine ist die quicklebendige jüngere Tochter des Getöteten und die einzige im Haus, die ihren Vater wirklich aufrichtig liebt - sie ist es ja auch die die ganze Tragikomödie inszeniert. Sie ist burschikos, liest Abenteuer- und Kriminalromane, und es stört sie sehr, von allen immer als zu jung für alles mögliche angesehen zu werden.

Die Musiknummer

Catherine singt Papa, t'es plus dans l'coup', und tanzt dazu fröhlich. Gaby und Suzon tanzen im Hintergrund mit.

Augustine

Augustine wird gespielt von Isabelle Huppert, in der deutschen Fassung synchronisiert von Katja Riemann.

Die Figur

Augustine ist Marcels verhärmte und gehässige Schwägerin, eine gealterte Jungfer, die noch nie mit einem Mann geschlafen hat. Sie hat Probleme mit dem Herz, und das in mehr als nur einer Beziehung: Sie legt viel Wert auf stets korrektes Verhalten und zeigt keinerlei Verständnis für die Freude anderer und befürchtet stets, übervorteilt zu werden. Dennoch schlummern in ihr tiefe Gefühle: Ohne dass irgendeine der anderen Frauen etwas davon weiß, leiht sie sich heimlich Liebesromane aus der Bücherei und himmelt insgeheim ihren Schwager Marcel an, schreibt ihm sogar Liebesbriefe, die sie jedoch nicht abschickt. Im Verlauf des Films kommt sie immer mehr aus sich heraus und erhält die Aufmerksamkeit aller, als sie in einem Kleid ihrer Schwester, ohne Brille und mit heruntergelassenen Haaren die große Treppe im Haus à la Rita Hayworth herabschreitet.

Die Musiknummer

Augustine singt Message personnel, zunächst am Klavier sitzend, danach mit stehend mit wohlkalkulierter Choreographie.

Pierette

Pierette wird gespielt von Fanny Ardant, in der deutschen Fassung wird sie synchronisiert von Hannelore Elsner.

Die Figur

Pierette ist die lebenslustige Schwester des Getöteten Marcel, die schon viele Männer in ihrem Leben hatte und der es nichts ausmacht, sich aushalten zu lassen. Aber auch den Frauen ist sie nicht abgeneigt - sie hat eine geheime Beziehung mit Madame Chanel und bringt gegen Ende Films auch Gaby auf den Geschmack. Wegen ihres Lebenswandels begegnen ihr die meisten anderen Frauen nur mit schweren Bedenken und ist daher auch länge für sie die Hauptverdächtige. In der Mordnacht hat sie ihren Bruder heimlich aufgesucht und einen hohen Geldbetrag von ihm erpresst, den sie gleich an ihren Geliebten, einen Geschäftspartner ihres Mannes, weitergegeben hat.

Die Musiknummer

Pierette singt A quoi sert de vivre libre, ihre Choreographie entspricht bis in Details der Rita Hayworths berühmtester Szene aus dem Film Gilda.

Suzon

Suzon wird gespielt von Virginie Ledoyen, in der deutschen Fassung wird sie gesprochen von Nicolette Krebitz

Die Figur

Suzon ist die ältere Tochter, sie studiert in England und hat einen Freund, in den sie sehr verliebt ist. Und sie ist schwanger - allerdings von ihrem Vater Marcel (der sich im späteren Verlauf jedoch als nicht ihr natürlicher Vater entpuppt). Sie ist bereits deutlich erwachsener als ihre kleine Schwester.

Die Musiknummer

Suzon singt Mon amour mon ami und tanzt dazu mit Catherine.

Madame Chanel

Madame Chanel wird gespielt von Firmine Richard, in der deutschen Fassung wird sie synchronisiert von Jasmin Tabatabai.

Die Figur

Madame Chanel ist die fröhliche Köchin, die auch als Kindermädchen for die beiden Töchter gearbeitet hat. Ihr Geständnis, dass sie lesbisch ist und mit Pierette mehr als nur Karten spielt, schockiert jedoch die anderen. Sie ist auch die einzige im Haus, die Catherines Spiel durchschaut.

Die Musiknummer

Madame Chanel singt Pour ne pas vivre seul und weint dabei ganz allein in der Küche vor sich in.

Louise

Louise wird gespielt von Emmanuelle Béart, in der deutschen Fassung wird sie synchronisiert von Nina Hoss.

Die Figur

Louise ist das scheinbar stille Zimmermädchen, die ihrer Chefin treue Dienste leistet. Stille Wasser sind jedoch tief, und so stellt sich heraus, dass Louise den Job nur bekommen hat wegen ihrer heißen Beziehung mit Marcel und auch einen ähnlichen Männerverschleiß wie Pierette hat. Dennoch ist sie auch Gaby eine ergebene Dienerin, das Verhältnis zu ihrer Chefin ist andeutungsweise fast schon sado-masochistischer Prägung.

Die Musiknummer

Louise singt Pile ou face und tanzt dazu einer energiegeladene Choreographie.

Gaby

Gaby wird gespielt von Catherine Deneuve, in der deutschen Fassung wird sie gesprochen von Senta Berger.

Die Figur

Gaby ist die elegante Frau des Ermordeten, die sehr darauf bedacht ist, eine schöne Fassade zu wahren. So schläft sie schon lange nicht mehr im selben Zimmer wie ihr Mann und hat sogar vor, mit seinem Geschäftspartner (der selbe, der auch eine Affäre mit Pierette hat) durchzubrennen - die Koffer sind schon gepackt, sie hat Suzon jahrelang verheimlicht, dass Marcel nicht ihr Vater ist, und eine ihrer größten Befürchtungen ist es, dass man ihr nach dieser Tragödie ihr Alter ansieht.

Die Musiknummer

Gaby singt Toi jamais und tanzt dazu elegant vor der sichtlich faszinierten Pierette.

Mamy

Mamy wird gespielt von Danielle Darrieux, in der deutschen Fassung wird sie gesprochen von Ruth Maria Kubitschek.

Die Figur

Mamy ist die geliebte Oma, doch schon früh wird deutlich, dass sie einige Geheimnisse birgt: Als sie aus ihrem Rollstuhl aufspringt und Augustine hinterrennt - "ein Weihnachtswunder". Und es stellt sich noch mehr heraus: Die liebe Omi ist nämlich geizig und verweigert ihrem Schwiegersohn die Aktien, die ihm den Hals gerettet hätten (sie behauptet, sie wärenihr gestohlen worden), sie hat immer eine Flasche harten Alkohol im Zimmer und zwitschert gerne mal einen, und sie hat ihren Mann, den sie nicht ausstehen konnte, ohne dafür einen Grund finden, vergiftet.

Die Musiknummer

Mamy singt Il n'y a pas d'amour heureux, und tröstet Catherine nach dem Selbstmord ihres Vaters. Die übrigen sechs Frauen tanzen dazu. Nach dem Ende des Liedes stehen alle acht in einer Reihe vor dem Zuschauer und halten sich an den Händen - der Abspann beginnt.




     
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