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18. Brumaire VIII



Am 18. Brumaire VIII (9. November 1799) des Republikanischen Kalenders fand ein Staatstreich in Frankreich statt. Seine Konsequenzen waren das Ende des Direktoriums und hiermit der Französischen Revolution. Napoléon Bonaparte wird als Erster Konsul zum Alleinherrscher.

Die Regierung des Direktoriums war mit den ökonomischen und militärischen Schwierigkeiten überfordert. Es drohte ein Staatsstreich der Royalisten. Der Direktor Emmanuel Joseph Sieyès liess verlauten, dass er einen Säbel suchte. Er wünschte einen starken Mann der zu einer Regeneration der Republik beitragen könnte, wenn nötig mit Gewalt.

Die Rückkehr Bonapartes aus Ägypten bot ihm hierzu eine willkommene Gelegenheit.

Am 18. Brumaire wurden die beiden Kammern der Nationalversammlung unter dem Vorwand eines bevorstehenden Putsches der Royalisten, auf das Schloss von Saint-Cloud evakuiert. Bonaparte wurde die Sicherung der Stadt Paris anvertraut.

Drei der fünf Direktoren, Sieyès, Paul Barras und Roger Ducos, traten zurück. Die beiden anderen, Gohier und Moulin, wurden unter dem Verdacht Jakobiner zu sein angeklagt und abgesetzt.

Am 19. Brumaire war der Staat ohne Führung. Die Mitglieder des Direktoriums waren abgesetzt oder inhaftiert. Paris war von den Soldaten Bonapartes besetzt. Das Parlament im Schloss von Saint-Cloud wurde von Soldaten umstellt. Die im Orangeriesaal zusammengetretenen Abgeordneten des Rates der Fünfhundert verweigerten ihre Zustimmung zu der ihnen von den Putschisten um Bonaparte vorgelegten Verfassungsänderung. Der als Orator unbegabte und unerfahrene Bonaparte hatte zuvor schon vor dem Oberhaus, dem Ältestenrat, mit seinen Überzeugungsversuchen wenig Anhänger gewinnen können. Auch vom Rat der Fünfhundert erhielt er mit Rufen wie Nieder mit dem Dikator eine Abfuhr. Die Abgeordneten versuchten Bonaparte zu überwältigen und als Putschist festzunehmen. Doch sein Bruder Lucien Bonaparte, der Vorsitzende des Rates der Fünfhundert, greift zur Rettung Napoléons ein. Er teilt den draußen wartenden Truppen mit, ihr General Napoléon und die Abgeordneten würden von Aufständischen mit dem Tode bedroht. Die Soldaten evakuierten unter dem Befehl des Kavallerieoffiziers Joachim Murat mit Gewalt den Saal.

Gegen zwei Uhr morgens stimmen die Abgeordneten des Ältesterates und einige der Abgeordneten des Rates der Fünfhundert unter Druck der Militärs der Verfassungsänderung zu. Eine vorläufige Regierung, die aus den drei Konsuln Napoléon Bonaparte, Emmanuel Joseph Sieyès und Roger Ducos bestand, wurde ernannt.

Bonaparte lässt unter der Federführung Sieyès eine neue Verfassung ausarbeiten. Am 12. Dezember 1799 wird die Verfassung des Konsulatss (Verfassung des Jahres VIII) verabschiedet. Sie tritt am 24. Dezember 1799 in Kraft und wird 1800 durch eine Volksabstimmung bestätigt. Der 30-jährige Bonaparte wird als Erster Konsul faktisch zum Alleinherrscher.

Siehe auch: Brumaire




     
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